Abdominelles Aortenaneurysma

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abdominal-aortic-aneurysm
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  1. Über Abdominelles Aortenaneurysma
  2. Symptome eines Abdominelles Aortenaneurysma
  3. Ursachen eines Abdominelles Aortenaneurysma
  4. Diagnose eines Abdominelles Aortenaneurysma
  5. Behandlung eines Abdominelles Aortenaneurysma
  6. Prävention eines Abdominelles Aortenaneurysma

Über Abdominelles Aortenaneurysma

Das Aortenaneurysma bezeichnet eine Aussackung aller Schichten der Gefäßwand der Aorta. Es wird unterschieden in thorakale und abdominelle
Aortenaneurysmen, wobei die häufigste Lokalisation infrarenal (distal des Abgangs der Aa. renales) ist. Das Abdominelles Aortenaneurysma ist eine Erweiterung des infrarenalen Aortendurchmessers auf ≥3 cm.

Häufig sind Aortenaneurysmen asymptomatisch und fallen erst durch Auftreten von Komplikationen wie Dissektion oder Ruptur als hochakutes, lebensbedrohliches Krankheitsbild auf.

Diagnostisch werden je nach Lokalisation zunächst Sonographie, transthorakale oder transösophageale Echokardiographie, aber auch CT und MRT mit
Kontrastmittel
durchgeführt. Bei kleinen Aneurysmen kann ein konservatives, beobachtendes Prozedere indiziert sein, während ausgeprägte oder
schnell voranschreitende Befunde operativ versorgt werden. Bei Dissektion oder frei rupturiertem Aneurysma besteht eine ausgesprochen schlechte
Prognose.

Symptome eines Abdominelles Aortenaneurysma

Aortenaneurysmen sind meist asymptomatisch oder weisen unspezifische Symptome auf. Sie werden daher häufig als Zufallsbefunde im Rahmen von Sonographien oder CT-Untersuchungen diagnostiziert. Erst bei Ruptur oder Aortendissektion kommt es zu einem hochakuten Krankheitsbild (siehe diesbezüglich: Aortendissektion).
Unspezifische Beschwerden
Druckgefühl in der Brust
Thorakale Rückenschmerzen
Abdominal- oder Flankenschmerz (kolikartig )
Spezifischere Beschwerden
Tastbarer pulsierender Tumor
Periphere Thrombosen als indirektes Zeichen
Einengung bzw. Irritation mediastinaler Strukturen
Stridor (Trachea)
Schluckbeschwerden (Ösophagus)
Obere Einflussstauung (V. cava superior)
Heiserkeit (N. laryngeus recurrens)
Horner-Syndrom (Grenzstrang), Ptosis, Miosis, Enophthalmus

Ursachen eines Abdominelles Aortenaneurysma

  • Arteriosklerose → siehe Allgemeine Risikofaktoren für die Entstehung einer Arteriosklerose, insbesondere Rauchen und arterielle Hypertonie
  • Chronische Aortendissektion
  • Bindegewebserkrankungen (z.B. Marfan-Syndrom, Ehlers-Danlos-Syndrom)
  • Seltener: Vaskulitis/Infektionskrankheiten mit Aortenbeteiligung (z.B. Syphilis → Mesaortitis luica, Mykose, Takayasu-Arteriitis), zystische Medianekrose (Gsell-Erdheim)

Diagnose eines Abdominelles Aortenaneurysma

Körperliche Untersuchung
  • Evtl. pulsierender Tumor tastbar
  • Auskultation: Strömungsgeräusch über Aneurysma
Apparative Untersuchungen
  • CT / MRT mit Kontrastmittel (Angio-CT, Angio-MRT) → Wichtig zur Therapieplanung
    • Beurteilung der Weite des Aortenlumens
    • Beurteilung der abgehenden Äste
    • Ggf. randständiges, hypodenses thrombotisches Material
    • Ggf. arteriosklerotische Verkalkungen der Gefäßwand
    • Zentral fließt das kontrastmittelangereicherte Blut
  • Sonographie (vor allem bei abdominellem Aneurysma)
    • Messung des Außendurchmessers
    • Ggf. Dissektionsmembran zu sehen
  • Weiterhin
    • Transthorakale oder transösophageale Echokardiographie
    • Digitale Subtraktionsangiographie (DSA)

Für über 65 Jahre alte Männer soll ein Screening auf Bauchaortenaneurysma mittels Ultraschall erfolgen.

Behandlung eines Abdominelles Aortenaneurysma

Konservativ
  • Minimierung kardiovaskulärer Risikofaktoren
    • Blutdruckeinstellung mit optimalen Werten (<120/80 mmHg)
    • Nikotinabstinenz
Chirurgisch
  • OP-Indikation
    • Bauchaortenaneurysma
      • Asymptomatisch
        • Durchmesser >5 cm
        • Zunahme des Durchmessers >1 cm/Jahr
      • Symptomatische Aneurysmen generell
    • Thorakales Aortenaneurysma
      • Asymptomatisch
        • Durchmesser >5,5–6 cm
        • Zunahme des Durchmessers >0,5 cm/Jahr
      • OP bei symptomatischen Aneurysmen erwägen
    • Ggf. bei Komplikationen: Siehe auch Aortendissektion
  • Maßnahmen
    • Goldstandard: Rohr- oder Y-Prothese (aorto-biiliakal)
    • Ggf. interventionelle Stentprothese
      • Postoperative Komplikationen
        • Aortointestinale Fistel (z.B. durch mechanische Reizung durch Prothesenmaterial oder Materialinfektion) mit massiven Blutabgängen über den Gastrointestinaltrakt

Prävention eines Abdominelles Aortenaneurysma

  • Konsequente Hypertoniebehandlung
  • Nikotinkarenz
  • Screening des abdominellen Aortenaneurysma durch Ultraschalluntersuchung
    • Männer ab 65 Jahren
    • Frauen mit Raucheranamnese ab 65 Jahren
    • Alle familiär vorbelasteten Personen

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